117. Deutsche Meisterschaften, Erfurt (8./9.07.)

Ricarda, Leah, Carolin und Clara im Steigerwaldstadion bei der DM: Vereins-Identifikation und Motivation bis in die FIngerspitzen - wer genau hinschaut, kann es sogar sehen! (Foto: C. Wolff)

Mädchen-400-m-Quartett läuft sich mit Bestleistung von Platz 22 der Melde- auf Platz 13 der Ergebnisliste - Abendessen zwischen / mit Tatjana Pinto und Alexandra Wester motiviert die jungen Damen sehr ... 

History goes in circles ... sagt der Engländer ! Und so fühlten wir uns als Betreuer unserer erfolgreicher Viertelmeilerinnen auch tatsächlich auf der Fahrt zur bzw. rund um die Deutschen Meisterschaften in Erfurt.

Am Freitag morgen machten wir uns (Clara Malangré, Ricarda Kutsch, Carolin Führen & Leah Giesen samt Trainer / Fahrer) auf den Weg in die Thüringische Hauptstadt Erfurt um als einzige Kreis Aachen Teilnehmer überhaupt mit dem 400-m-Quartett der weiblichen Jugend an den Start bei den 117. nationalen Titelkämpfen zu gehen. Auf halber Strecke - im Hessischen -  machten wir Rast und trafen am identischen Rastplatz wie auf der Fahrt zur Jugend DM in Jena 2011 wieder (wie damals) auf den Teambus von Bayer Leverkusen und konnten nicht nur mit Ingrid Thyssen (u.a. Multi-Rekordlerin der ATG / des Kreises Aachen und jetzt langjährige Trainerin von B. Leverkusen) über die kommenden Meisterschaften fachsimpeln ... Kaum drei Stunden später  checkten wir wieder im selben Hotel in Weimar wie vor zwei Jahren (zur Jugend DM in Jena 2015)  ein und so etwas Ähnliches wie ein klein wenig Routine machte sich breit, sodass sich eher eine gespannte Ruhe als (nicht zuträgliche) Nervosität ausbreitete ... Nach dem Beziehen des Hotels und dem Umziehen der Athletinnen ging es gut gelaunt auf ins Steigerwald-Stadion nach Erfurt um sich die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen, sich die lange Fahrt aus den Beinen zu laufen, die Stellplatzunterlagen und Startnummer zu holen, gaaaaaaanz alte Freunde wiederzutreffen (gilt mehr für den Trainer als die Athletinnen, denn die sind ja noch jung und „knackig“)  und das Stadion von innen zu begutachten  ... ;-))) Den jungen Damen blieb nach diesem ganzen Prozedere auch noch genügend Zeit, sich einige prominente „Opfer“ für gemeinsame Fotos zu suchen ... so stellte sich z. B. Alexandra Wester im Stadion gerne zur Verfügung .. wenn die Mädels geahnt hätten, dass sie wenig später im Hotel am Nachbartisch von ihr zu Abend essen würden, hätten sie nicht schlecht geguckt ... smiley!

Nachdem die „Aachener Nachhut“ (in Form von Teilen der Familien Führen, Giesen und Kutsch) ebenfalls wohlbehalten in Thüringen eingetroffen waren, stand einer gepflegten Nachtruhe nichts mehr im Wege ! Am nächsten Morgen waren die vier Viertelmeilerinnen immer noch überraschend „cool“ und konnten alle auch noch „vernünftig frühstücken“, das hatten wir in früheren Jahren auch schon mal anders erlebt. Also ging es „frohgemut“ auf ins Steigerwald Stadion, in dem wir gleich von einer uns bekannten Stimme begrüßt wurden ... unser Kreisvorsitzender Dirk Bartomoly war einer der Stadionsprecher und gab uns auch in der Ferne ein klein wenig heimatliche Gefühle mit auf den Weg zum Aufwärmen! Ca. 45 min vor dem ausgelobtem Start stand fest, wir waren im dritten (und letzten) Vorlauf auf Bahn zwei gesetzt .. das hätte auch schlimmer kommen können! Von nun an flog die Zeit förmlich ... letzte Vorbereitungen und ein letzter  Staffelwechsel zum Üben und los ging es schon für die vier  Athletinnen in den „Call-Room“. Hier trennten sich dann naturgegeben die Wege von Trainern und Läuferinnen um sich ca. 15 min später im Stadion wieder zu kreuzen!

Leah stellte sich als Startläuferin routiniert den Bock ein, machte noch einen Ablauf und .... fand sich schon auf der großen Stadion Videowall (eingefangen vom Kameramann) wieder! Auf die Plätze - Fertig und .... gar nicht los: Fehlstart !!!! Aber die jungen Damen blieben cool und signalisierten sofort: wir waren es nicht ! Puah! Entwarnung!!! Leider traf es eine „befreundete Staffel“, den Mitfavoriten aus Gladbeck! Aber mittrauern ging nicht: Konzentration wieder hoch und los ging´s! Leah stiefelte mutig an und verkürzte den Abstand zum Quartett von der StG Schöbuch-Nord. Bei der 200-m-Marke hatte Leah schon zwei (der drei !) Kurvenvorgaben aufgeholt und schickte sich an, weiter Boden gut zu machen. Ob dies die Wettbewerberin merkte und das Tempo anzog oder ob Leah den Bogen ganz leicht überspannt hatte, lässt sich nicht genau sagen ... auf jeden Fall konnte Leah die Lücke nicht weiterschließen und lief bis zur Stabübergabe (immer noch in Bahnen) ihr flottes Rennen erfolgreich zu Ende.

Dann übernahm Ricarda, der die Nervosität doch etwas anzumerken war ... aber ganz klar gesagt: wenn man irgendwo als jugendliche Leichtathletin nervös sein darf, dann hier ! Nach etwas verhaltenem Angang auf den ersten 50 m schaltete die junge Gymnasiastin (angeregt durch ein zartes Trainerstimmchen) doch ein  bis zwei Gänge hoch ... und es lief wieder! Bei der 500 m Marke (nach 100 m ihres Laufes) konnte Ricarda auf die Innenbahn einschwenken und fand sich auf Platz vier des Feldes wieder. Diesen Platz hielt sie - tapfer kämpfend -  bis zur Stabübergabe an Clara. Diese machte - im Gegensatz zu ihrer „Vorläuferin“ - gleich von Beginn an richtig „Randale“ auf der Bahn und lief wieder etwas auf die Staffel an Position drei auf. Doch bei ca. 280 bis 300 m schienen ihre Körnen ein wenig verbraucht zu sein .. sichtbar daran, dass sich die Staffel aus Bremen von hinten näherte! Das merkte Clara aber rechtzeitig und ließ die Norddeutsche bis zum Wechsel nicht passieren. 

Während des Wechsels von Clara auf  Carolin „flutschten“ die Hanseaten aber doch an uns vorbei, sodass wir kurzfristig auf Position fünf zurückfielen. Das gefiel unsere Schlussläuferin und Hindernisspezialistin Carolin aber offensichtlich gar nicht, denn sie holte sich binnen 10 sec diese Position zurück und konnte sogar bis in den Windschatten des vor uns laufenden Quartetts aus Bayern aufschließen. Als noch 15-jährige und somit (noch) relativ unerfahrene Athletin auf dieser Strecke bei diesen Meisterschaften (Leah und Caro sind tatsächlich die jüngsten überhaupt startberechtigten Athleten des Jahrgangs 2001), versuchte sie in der zweiten Kurve an den Süddeutschen vorbei zu gehen, was die Schlussläuferin von Würm Athletik allerdings nicht zuließ. So blieb es bis zum Ziel bei dem schönen vierten Platz des dritten Vorlaufes. Mit der neuen Bestleistung von 4:06,01 min lief das junge Quartett auf den tollen 13. Platz in ganz Deutschland. Alle vier (und die Trainer) waren sehr froh, dass die jungen Damen sich bewährt hatten und zum Saisonhöhepunkt - im wahrsten Sinne des Wortes - vor laufenden Kameras „geliefert“ hatten! Im nächsten Jahr - alle sind noch startberechtigt - wollen sie versuchen, vielleicht zweimal bei dieser Veranstaltung laufen zu dürfen ... was das bedeutet, kann sich der Leichtathletik Kenner selber ausrechnen ! Das Reiseziel für die vier (auch andere Viertelmeilerinnen dürfen sich natürlich gerne noch ins Spiel bringen) heißt dann im Juli 2018 Nürnberg. Toi, toi, toi: Daumen halten und fleißig trainieren!

Nach dem gelungenen Wettkampf, dem Ausruhen und dem Auslaufen hatten die vier Viertelmeilerinnen frei und konnten das wundervoll renovierte Steigerwald-Stadion bei bestem Leichtathletik-Wetter und teilweise hervorragenden Leistungen der WM-Fahrer von London genießen! So nutzten alle Starterinnen die Gelegenheit für weitere Fotos / Selfies mit den Vorbildern und stellten fest, dass diese (rein körperlich)  teilweise gar nicht soooo groß sind, ne ! wink

Am Sonntag kurz vor 24 Uhr ging unsere lange Reise ins Thüringische dann in Aachen wieder zu Ende ... und alle waren sich sicher, das schmeckt nach mehr!

 

ATG-Ergebnisse:

weibliche Jugend 

4 x 400-m-Staffel                Aachener TG            4:06,01 min (PB)           13. Platz

Giesen, Leah (01) - Kutsch, Ricarda (00) - Malangré, Clara (99) - Führen, Carolin (01)