Deutsche Jugendhallenmeisterschaften, Halle an der Saale (24./25.02.)

Mädchenstaffel der U20 schafft es nach gutem Beginn leider nicht den Staffelstab ins Ziel zu bringen

Eine fröhliche und gut vorbereitete Staffel von fünf Mädels der Jahrgangsklasse U20 startete am Freitag in einem Bus unseres Sponsors Cambio von Aachen aus in das Bundesland Sachsen-Anhalt nach Halle an der Saale. Gut vorbereitet nicht nur in sportlicher Form, sondern darüber hinaus mit einem lustigen Konzept für den gemeinsamen Teamauftritt in der Wettkampfhalle mit den bunten Bahnen. Während die lackierten Fingernägel ein eher zurückhaltendes Kompliment an den Verein darstellten (die Buchstaben A T G wurden in weißer Farbe auf die rot lackierten Nägel graviert), waren die rot-weißen Dreadlock-Stacheln ein echter Eyecatcher in den Haaren der Staffelmädchen. Leider stellte sich während des Einlaufens heraus, dass diese Konstuktion beim schnellen Sprinten ihren Halt verlor, so dass man letztendlich für den Lauf darauf verzichtete. Die schöne Idee haben wir aber in unseren Bildern für die Ewigkeit festgehalten.

Aufgrund der eisigen Außentemperaturen verzichteten die jungen Damen auf ein Aufwärmprogramm an der frischen Luft und begnügten sich wie die meisten anderen Staffeln mit dem begrenzten Platz in der Leichtathletikhalle. Dies war bei schnellen Sprints und Probewechseln nicht immer ganz ungefährlich, da sich in Summe fast 40 Staffeln gleichzeitig auf den wenigen Bahnen den Einlaufbereich teilen mussten. Die Aufregung stieg mit jeder Minute, insbesondere für unseren "Deutsche-Meisterschaft-Neuling" Lisa Schiffers, die das gesamte besondere Prozedere zum ersten Mal "verdauen" durfte. Die Ankündigung, dass wir erst im 8. Lauf auf der schönen Bahn 3 starten würden, brachte uns ein wenig mehr Vorbereitungszeit ein und große Freude über diese gute Bahnverteilung. Aufgrund der vorgemeldeten Zeiten konnten wir einschätzen, dass wir in der Lage sein würden, vorne mit zu laufen.

Die Mädels wollten alles geben und vom ersten bis zum letzten Schritt 100% laufen. Nach dieser Prämisse stürmte Clara Malangré als Startläuferin los. Sie schob sich immer näher an die vor ihr laufende Läuferin der LAC Quelle Fürth heran und übergab nach einem tollen Lauf den Staffelstab nahezu zeitgleich mit der Kokurrenzstaffel an Carolin Führen. Der Wechsel klappte gut und Carolin nutzte nun den Vorteil der Innenkurve und kam knapp als Erste auf die Gegengerade. Dem stürmischen Angriff der Fürther Läuferin musste sie sich leider geschlagen geben, konnte aber auf der Zielgeraden als ausdauernde Mittelstrecklerin den Vorsprung wieder verkleinern. Aufgrund eines exzellenten Wechsels mit Ricarda Kutsch lag unsere Staffel, schwupps,vorne. Dieses Mal gelang es Fürth nicht uns zu attackieren. Ricarda löste sich zunehmend von der Verfolgerin und konnte mit einem schönen Vorsprung den Staffelstab an Lisa übergeben....

Und nun passierte, was sich niemand wünscht und was doch so menschlich ist... Lisa, bekannt für einen sehr guten Start, sprintete voller Adrenalin los. Und leider tat sie dies einen Moment zu früh. Im Gegensatz zu den Wechselgepflogenheiten bei 4x100-Meter-Staffeln gibt es bei der 4x200m keine Möglichkeit des Abklebens von Wechselmarkierungen, so dass das Loslaufen nach Gefühl erfolgt. Hierin besteht bei Aufregung die große Herausforderung für die Staffelläufer. Den "Stop"-Schrei von Ricarda hörte Lisa und bremste auch korrekt vor dem Ende des Wechselraumes ab, allerdings konnte eine Stabübergabe in dieser schwierigen Situation nicht mehr erfolgen. Keine Frage, dass in der folgenden Zeit die ein oder andere Träne geweint werden musste. Alle Staffelmädchen fanden sich schnell zusammen und Lisa wurde getröstet und gedrückt. 

Nichtsdestotrotz nahmen alle Staffelinchen ein T-Shirt der Deutschen Meisterschaft als Andenken mit nach Aachen. Und auch, wenn wir uns die Meisterschaft anders erträumt haben, war sie ein schönes gemeinsames Erlebnis, dem wir noch viele weitere Momente in der kommenden Saison hinzufügen wollen, die wir nicht vergessen werden.

Und als Trost für Lisa und alle Athleten, die ähnliches erlebt haben oder erleben werden, sei gesagt:

"Erfolge machen glücklich, Mißerfolge machen stark."

Ein besonderer Dank geht an unsere Ersatzläuferin Leah Giesen, die mitgereist war, um allen die Sicherheit zu geben, dass auch bei einer auftretenden Krankheit oder Verletzung die Staffel laufen kann. Dankeschön, liebe Leah.

In diesem Sinne.... weitermachen... :-)