Deutsche Mehrkampfmeisterschaften, Kienbaum (12./13.08.)

Jannis verbessert den Stabhochsprungkreisrekord

Jannis Wolff verbessert ein weiteres Mal den Kreisrekord im Stabhochsprung auf 4,60 m und im Zehnkampf U20 auf nun 6904 Punkte und erkämpft sich Platz 5 bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften

Am ersten Tag der Deutschen Mehrkampfmeisterschaften hatte der Wettergott vergessen, die Sonne zur Verfügung zu stellen. Kienbaum empfing seine Mehrkampfathleten/innen mit Schauern, Wind und kühlen Temperaturen. Dies sollte über weite Strecken des Tages leider auch so bleiben. Nur ab und zu lukte die Sonne zwischen den Wolken hervor. Es war also kein Wunder, dass die Zeit in der Jannis seine erste Disziplin, den 100m-Lauf mit 1,7 m/s Gegenwind absolvierte, nicht sonderlich schnell war. Er konnte diese Zeit aber sehr gut einschätzen und ließ sich nicht negativ beeinflussen. Die Belohnung für seine Motivation erhielt er im Weitsprung, wo er trotz Regenpfützen auf der Anlaufbahn einen weiten Satz von 6,46m und persönlicher Bestleistung in die Sandgrube setzte. Nach der Mittagspause ging es frisch gestärkt an das Kugelstoßen. Zum ersten Mal machte sich das Krafttraining der letzten Wochen, ausgeführt bei unserem Sponsor Medaix positiv bemerkbar, dass er dort mit speziellen Kraftgeräten absolvieren durfte. 12,30m bedeuteten eine neue Bestmarke in dieser Disziplin. Im nachfolgenden Hochsprung tastete sich unser junger Zehnkämpfer in diesem Jahr erstmalig an gewohnte Höhen jenseits der 1,80m heran. Mit jedem Versuch merkte er, dass die Knieverletzung, die ihn in Bernhausen komplett behindert hatte, nun nahezu zurückgegangen war. Mit seinen übersprungenen 1,86 m war Jannis sehr zufrieden, bedeutete diese Steigerung zu Bernhausen ein Plus von 119 Punkten auf seinem Mehrkampfkonto. Doch wie gewonnen, so zerronnen... Der abschließende 400m-Lauf stand unter keinem leistungsbringenden Stern. Jannis lief nahezu die gesamte Strecke weit vor dem Feld (bestehend aus 4 Läufern, denn mehr Rundbahnen gibt die Bahn nicht her in Kienbaum). Die Trainerin fragte sich, wozu die Athleten bei der Abgabe der Stellplatzkarten Bestzeiten angeben, wenn dann darauf anscheinend keine Rücksicht bei der Laufeinteilung genommen wird. Eingangs der Zielgeraden (nach 300 Metern) wurden die Läufer von stark böigem Gegenwind erfasst und mussten sich mit sehr mäßigen 400m-Zeiten zufrieden geben.

Der zweite Tag des Zehnkampfes beginnt mit 110m-Hürden. Dass dies in Kienbaum um 09.00 Uhr stattfand, ist in Anbetracht des Langsprintes vom Vortag eine echte Qual und unglaublich schwer mit einer guten Zeit zu meistern (Der Wecker ging um 05.45 Uhr!!). Mittlerweile hatten sich die Wolken verzogen und die Sonne wärmte die jugendlichen Mehrkämpfer. Die erreichte Zeit von 15,39s ist nicht so weit weg von seiner Saisonbestleistung, Jannis legte einen technisch sehr sauberen Lauf hin. Damit war er dann auch zufrieden und ging motiviert zum Diskuswurf. Hierbei lieferte er erstmalig ein wahres Feuerwerk neuer PBs ab. Jeder seiner drei Würfe war weiter als seine alte Bestmarke. Mit 35,64 m verbesserte er sich um mehr als 3 m. Diesen Höhenflug konnte er im wahrsten Wortsinn beim nachfolgenden Stabhochsprung fortsetzen. Der Stabhochsprungtrainer Wolfram erkannte sofort, in welch hervorragender Verfassung sich sein Zögling befand. Kurzerhand verpasste er Jannis einen ihm komplett unbekannten, längeren Stab und ließ ihn damit einspringen. Die Sprünge im Einspringen ließen sein Trainerherz höher schlagen. Jannis Sprünge über 4,50m (alte PB) und 4,60m (neue PB und Kreisrekord) ließen ein Raunen durch die (wenigen) Zuschauer gehen. Dass Jannis seine Serie nicht in noch höhere Flüge fortsetzen konnte, ist hauptsächlich dem ungewohnten neuen Flugverhaltens durch den längeren Stab und den zunehmend schwindenden Kräften aufgrund der anstrengenden Vorbelastungen geschuldet. Eine ganz grandiose Verbesserung mit Luft nach oben... Die mit dem Stabhochsprung einhergehenden Anstrengungen zeigten sich im Speerwerfen. Müde Beine und ein müder Wurfarm ließen eine Weite, wie er sie einige Tage zuvor im Training werfen konnte, nicht mehr zu. Egal, Jannis war hochzufrieden, weiss er doch, dass im Zehnkampf nie alles gelingen kann. Nun stand der 1500m-Lauf an, die ungeliebteste Disziplin. Unser Zehnkämpfer ist ein sehr guter Ausdauerläufer (hat er vom Opa in die Wiege gelegt bekommen) und sah sich nach 9 Disziplinen auf dem 6. Platz, 30 Punkte hinter Platz 5. Seine Reaktion war eine konzentrierte Attacke im anschließenden Rennen. Zusammen mit seinen Kollegen ging er an wie die Feuerwehr. Nach 2 Runden hatte er sich einen ausreichenden Abstand zum vor ihm liegenden Athleten erlaufen. Diese Info bekam er bei 800m von der Trainerin und drehte sich anschließend sicherheitshalber bei 1000m noch einmal um, um sich zu vergewissern. Glücklich kam er im Ziel an und noch viel glücklicher war er, als im gesagt wurde, dass er die 6900 Punkte Marke übertroffen hatte. Mit 6904 Punkten stellte er einen weiteren Kreisrekord im Zehnkampf auf. Neben seinem tollen 5. Platz ist es aber genauso wichtig, dass die Beschwerden der letzten Wochen nun langsam abzuklingen scheinen. 

Ergebnisse von Jannis:

100m  -  11,73s  (-1,7)

Weitsprung  -  6,46m  (+1,6)  persönliche Bestleistung

Kugelstoß  -  12,30m persönliche Bestleistung

Hochsprung  -  1,86m

400m  -          52,15s  

------------------------------------ 3415 Punkte am ersten Tag (persönliche Bestleistung)

110m Hürden  -  15,39s  (-0,9)

Diskuswurf  -  35,64m persönliche Bestleistung

Stabhochsprung  -  4,60m persönliche Bestleistung und Kreisrekord

Speerwurf  -  50,79m

1500m  -  4:33.92 min

------------------------------------- 6904 Punkte persönliche Bestleistung und Kreisrekord