Deutsche Mehrkampfmeisterschaften, Wesel (24.-26.08.)

Lisa und Luna nach ihrem erfolgreichen Siebenkampf in Wesel

Lisa Schiffers und Luna Udelhoven mit viel Ehrgeiz und guter Laune zu sehr guten Leistungen im Siebenkampf

Die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften starteten in diesem Jahr in Wesel bereits am Freitag und wurden erstmalig als dreitägige Veranstaltung ausgetragen. Die Austragung als Meisterschaft aller Jugendklassen ab der U16 bis hin zur Hauptklasse waren ein durchaus anspruchsvolles Unterfangen und bescherten einen vollen Zeitplan und für viele Trainer eine nur punktuell zu leistende Betreuung. Auch bei uns in der ATG gab es das lachende und das weinende Auge. Aufgrund des Verletzungspechs unserer Zehnkämpfer Nico Beckers und Jannis Wolff (Jan Kurr verzichete auf einen Start) gab es keinen Betreuungsnotstand bei Trainerin Christiane Wolff. Die beiden Siebenkämpferinnen Lisa Schiffers (U20) und Luna Udelhoven (Frauen) profitierten hiervon und hatten die volle Aufmerksamkeit bei der Wettkampfbetreuung.

Wesel empfing die jungen Athleten der U16- und der U20-Altersklassen am Freitag mit kühlen Temperaturen (19°C) und stark böigen Winden. Unsere U20-Siebenkämpferin Lisa nutzte die Gunst der Stunde und lief gut aufgewärmt bei gültigem Rückenwind nah an Ihre persönliche 100-m-Hürden-Bestzeit heran. Beim nachfolgenden Hochsprung gestaltete sich der richtige Anlauf aufgrund der Böen schon schwieriger. Die erreichten 1,53 m waren deshalb auch nicht ganz das, was Lisa "drauf" hatte, denn bei der Höhe von 1,56 m wäre ein stabiler Anlauf vonnöten gewesen, Lisa scheiterte nur ganz knapp. Den Ärger legte sie in das Kugelstoßen und konnte dort mit neuer PB und einer Weite von 9,55 m glänzen. Beim abschließenden 200-m-Lauf traute sich Lisa erstmals maximal schnell anzugehen und brach auch auf den letzten Metern nicht ein. Ein toller Lauf, der leider, was die Zeit anbetraf, nicht belohnt wurde. Der Gegenwind in der Kurve war extrem stark und auch auf der durch die Tribüne geschützten Hauptgerade noch bei -1,4 m/s. Da kann man leider keine Bestzeit laufen. Lisa musste sich mit 26,65 sec begnügen.

Lisas zweiter Tag bedeutete Lunas erster Tag. Hier kam es zur Überschneidung beider Wettkämpfe, weil am Samstag die Alterklassen der U18 und der Hauptklasse in das Geschehen eingriffen. Für Lisa begann der Tag mit dem Weitsprung. Leider hatten sich die Temperaturen entschieden weiter zu sinken, der Wind war geblieben. Lisa legte in ihrem ersten Versuch mit 5,18 m bei 2,8 m/s Gegenwind einen sicheren Grundstock für weite Sprünge und schaffte dann leider keine Verbesserung mehr. Wie im Hochsprung verhinderten die Anlaufungenauigkeiten den ersehnten Sprung zu größeren Weiten. Beim Speerwurf lief es dann aber wieder besser. Die erreichte Weite über 30 Meter (30,17 m) versöhnte ein wenig mit der verpatzten ersten Disziplin. Beim abschließenden 800-m-Lauf hätte sich Lisa etwas mehr zutrauen müssen, um in Summe noch eine neue Siebenkampfbestleistung zu erreichen. Ihre gelaufene Zeit von 2:34,65 min waren nahezu ihre Bestzeit, die sie auch bereits in Lage (Westfalen) gelaufen war. Belohnt wurde Lisa für ihre Mühen mit einem tollen 15. Platz. Im kommenden Jahr geht sie als der ältere Jahrgang in die Konkurrenz und hat sich vorgenommen, Ihre Platzierung zu verbessern.

Für Luna ging es an diesem Tag mit dem Hürdensprint los. Ähnlich wie Lisa ist auch sie eine sichere Hürdenläuferin. Ebenso wie Ihre Vereinskameradin blieb Sie bei Ihrem Lauf nur kurz über der Bestzeit und ging zufrieden in den Hochsprungwettbewerb, welcher leider auf den Nebenanlagen statt fand. An dieser Stelle muss man deutlich Kritik üben an der Organisation. Wesel ist bekannt z. Bsp. auch für seine exzellenten Weitsprunganlagen (auf dem Hauptplatz). Aufgrund der Masse der Atheten und Disziplinen wurden sämtliche Weitsprungwettbewerbe und zahlreiche Hochsprungwettbewerbe auf die weniger hochwertigen Nebenanlagen verlegt. Dies hat sicherlich nicht prinzipiell Auswirkungen auf die Einzelleistung, aber der Charakter der Disziplin verliert das Meisterschaftsfeeling und verkommt ein wenig zum Dorfsportfest, da nur wenige Beteiligte und kaum Zuschauer dem Wettkampf beiwohnen. Luna kam in der Enge des Hochsprungkäfigs nicht wirklich zurecht und konnte beim Hochsprung nicht an Ihre guten Leistungen der Vorwochen anknüpfen. Da der Hochsprung hoch bepunktet ist, büßte Luna mit der erreichten Höhe von 1,59 m viele Punkte ein. Beim anschließenden Kugelstoßen ließ Sie Ihren Frust ab und stieß das Gerät auf die neue Bestweite von 8,89 m. Auch im 200-m-Lauf lief Sie so schnell wie nie die halbe Runde und finishte in PB mit 27,32 sec. Sichtlich zufrieden konnte Luna danach in den zweiten Tag starten.

An diesem letzten Wettkampftag hatte Petrus ein Einsehen. Es wurde wieder wärmer (21°C) und der böige Wind ließ nach. Luna nutzte die Gunst des stabilen Wetters und legte direkt im ersten Versuch einen weiten Satz von 5,40 m hin. Die beiden weiteren Sprünge ging sie volles Risiko, konnte sich aber nicht mehr verbessern, was vielleicht an der Tatsache liegt, dass Luna erst seit wenigen Monaten im Mehrkampftraining ist und noch keine technische Stabilität in Ihren Disziplinen gewährleisten kann.... was aber immer auch die "Gefahr" der Abweichungen nach oben birgt... ;-)  Landeten ihre Speere ansonsten immer gerade jenseits der 20-m-Marke, schaffte Sie dieses Mal eine Weite von 24,70 m. Nichtsdestotrotz will Luna weiterhin an Ihrer schwächsten Disziplin arbeiten. Und immer nach dieser schwächsten Disziplin folgt Ihre stärkste. Zu der Zeit, wo die Gesichter der Siebenkämpferinnen immer länger werden, bekommt Luna das Lächeln vor dem 800-m-Lauf nicht aus dem Gesicht. Als ehemalige Mittelstrecklerin war Sie den "Mehrkampfwaffen" auch bei dieser Veranstaltung weit überlegen. Komplett alleine mit großem Vorsprung und unter dem Applaus der Zuschauer lief Sie als schnellste Teilnehmerin in 2:13,33 min ins Ziel, landet in Summe mit Ihrer Punktzahl auf dem 18. Rang und bleibt nur wenige Zähler unter Ihrer PB.

An beide Siebenkämpferinnen geht ein großes Lob der Trainerin für vorbildhaftes Wettkampfverhalten, Kampfgeist gepaart mit Freude und guter Laune. Ihr ward die einzigen Starterinnen aus der Aachener Region und könnt stolz auf Eure Leistungen sein. Das war ein tolles Wochenende, das lange in unseren Erinnerungen bleiben und Motivation sein wird für die kommende Saison.