DM 100km, Berlin (24.06.)

André gewinnt DM-Silber in Berlin

Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen - unter diesem Motto kann man den 100-Kilometer-Lauf von André Collet sehen, der ihm bei der DM im Berliner Pläntnerwald die Silbermedaille einbrachte. Für den Titelverteidiger und besten deutschen Ultraläufer der letzen Jahre lief es in der Vorbereitung eigentlich sehr gut, bis ihn 10 Tage vor dem Wettkampf eine Muskelverletzung im Oberschenkel ausbremste. Drei verschiedene Physios mit unterschiedlichen Ansätzen versuchten ihr Bestes, den Oberschenkel auf die sieben Stunden Dauerbelastung vorzubereiten, doch schon früh im Rennen trat die Verletzung wieder in den Vordergrund. Früh ist, wie alles bei einem 100km-Lauf, hier relativ - es waren 10 Kilometer und somit 2 der 20 Durchläufe des 5km-Rundkurses absolviert.

Kurz dachte André ans Aufgeben, doch dann entschied er sich, seine oben angesprochene Erfahrung auszuspielen. In der Hoffnung, den Schmerz "einfrieren" zu können, passte er sein Tempo an und fand den richtigen Rhythmus, der ein Weiterlaufen möglich machte. Den anfangs mit ihm gemeinsam Führenden Benedikt Hoffmann musste er ziehen lassen, die Devise lautete ab jetzt, einen Medaillenplatz zu verteidigen. Zwei Minuten betrug sein Vorsprung auf die ebenfalls als Titelaspiranten gestarteten Frank Merrbach und Niels Bubel. Angesichts der Tatsache, dass er nicht mehr zusetzen konnte, eine ziemliche Drucksituation für unseren Langstreckler. Umso größer die Ereichterung, als die beiden Konkurrenten ausstiegen und André das Rennen mit konstanten Rundenzeiten und deutlichem Vorsprung auf die nachfolgenden Läufer finishen konnte. 7:02:59 Stunden standen am Ende auf der Uhr. Angesichts der Umstände eine tolle Zeit, die ihm neben der Vizemeisterschaft auch Gold in seiner Altersklasse, den M45, einbrachte und die die Erfüllung der Kadernorm für 2018 bedeutete.