NRW Mehrkampfmeisterschaften, Bad Oeynhausen (27./28.05.)

Nico erkämpft sich den NRW-Titel im Zehnkamf der Männer

Nico Beckers meldet sich nach mehr als anderhalbjähriger Wettkampfabstinenz eindruckvoll zurück, tolle Wettkämpfe mit vielen Bestleistungen von unseren Mehrkämpfern/Innen

Zwei tolle und emotionale Wettkampftage bei allerbestem Sommerwetter in Bad Oeynhausen führten unsere Athleten zu zahlreichen Bestleistungen. Drei Zehnkämpfer (Nico Beckers, Morten Hannes und Sven Möller) und drei Siebenkämpferinnen (Lisa Schiffers, Alisa Otten und Laura Giese) traten an, um sich auf Landesebene zu messen. An zwei heißen und oft sehr windigen Wettkampftagen gelangen fast allen Athleten gute bis sehr gute Leistungen. Unter dem Wind litten ein wenig die Sprint- und Hürdensprintzeiten, dafür gelangen die technischen Disziplinen um so besser.

Allen voran gelang Nico Beckers nach einem vorsichtigen Saisonstart (bei den Regiomeisterschaften wurden nur die Wurfdisziplinen absolviert) ein eindrucksvolles Comeback nach seiner langwierigen Verletzung im letzten Jahr. Sein erster Tag im Zehnkampf war der beste, den er je bisher bestritten hatte. Mit neuer persönlicher Bestleistung im Kugelstoßen und Zehnkampfbestleistung im Hochsprung (hier verbesserte er sich um 10(!) Zentimeter) verschaffte er sich ein "Polster" von rund 120 Punkten gegenüber seinem besten Zehnkampf in Ratingen aus 2015. Das dies trotzdem ein harter zweiter Tag werden würde, wusste Nico, da der zweite Tag in Ratingen 2015 ebenso mit vielen Bestleistungen vorgelegt wurde. Ein Gewitterguss am zweiten Tag und ein entsprechender Temperatursturz ließen denn auch beim Hürdenstart keine gute Zeit zustande kommen. Als dann auch der Diskuswurf mißlang, schrumpfte der Punktevorsprung zunehmend zusammen. Ein toller Stabhochsprungwettkampf mit neuer Bestleistung und ein guter Speerwurf ließen die Hoffnung auf eine neue Zehnkampfbestleistung in greifbarer Nähe. Beim anschließenden 1500m-Lauf ging unserem "Großen" ein wenig das Selbstvertrauen und auch die Puste aus. Mit schweren neunkampfgeschundenen Beinen schaffte er nicht ganz, die eigene Bestleistung zu toppen. Man muss allerdings sagen, das dies klagen auf sehr hohem Niveau ist, war Nico doch angereist mit dem Wunsch 7000 Punkte zu machen. Das sich im Laufe des Wettkampfes dann doch der Fight um die Steigerung der Bestleistung entwickelte, gibt  für den weiteren Saisonverlauf eine glänzende Perspektive. Seine 7399 Punkte brachten ihm den Landestitel ein und liegen lediglich 12 Zähler unter PB (persönlicher Bestleistung).

Unser Zehnkämpfer bei der Klasse der männlichen U20, Morten Hannes, erreichte ebenfalls einige schöne Bestleistungen im Rahmen seines Zehnkampfes. Der Weitsprung und der Stabhochsprung, der 400m-Lauf und der Diskuswurf, alle Disziplinen gelangen ihm in Bestform. Er legte damit einen sehr ausgeglichenen Zehnkampf mit in Summe 5156 Punkten hin und freute sich zurecht darüber, dass ihm endlich noch einmal ein Zehnkampf ohne große Rückschläge gelungen war.

Unser jüngster Zehnkämpfer Sven Möller, der im Vorjahr durch ständige Rückenschmerzen sehr gehandicapt war, legte los wie die Feuerwehr und blieb in diesem "Modus" bis zur letzten Disziplin. Sven zauberte eine Bestleistung nach der anderen aus dem Hut und beendete seinen ersten Tag mit 6 Bestleistungen auf dem Konto (je Disziplin eine und eine weitere in der Fünfkampfwertung). Der zweite Tag ging zwar nicht dergestalt weiter wie der erste, doch auch hier bedeuteten der Stabhochsprung und der 1500m-Lauf eine Steigerung der eigenen Bestmarke. Da auch die anderen drei Disziplinen des zweiten Tages gute bis sehr gute Leistungen für Sven bedeuteten, beendete er den Gesamtwettbewerb mit ausgezeichneten 5309 Punkten und dem 14. Platz in der Landeswertung.

Lisa Schiffers ist unsere älteste Siebenkämpferin bei den Mädels U18. Sie hatte im letzten Jahr einen fulminanten ersten Siebenkampf bestritten und wollte diese Leistung aus dem Vorjahr toppen. 100m Hürden, Weitsprung und 800m gelangen ihr in persönlicher Bestleistung. Hochsprung, Kugelstoßen und 100m waren in guter Form absolviert... wäre da nicht das Speerwerfen gewesen. Lisa hätte wohl gerne darauf verzichtet. Leider gibt es auch im Siebenkampf kein Streichergebnis (Nico würde sich Lisa da sehr gerne anschließen ;-)). In Summe konnte sich Lisa dann doch über eine neue Bestleistung im Siebenkampf freuen. Mit erreichten 4353 Punkten erreichte Sie den 15. Platz in der Landeswertung und blieb nicht weit hinter der Deutschen Siebenkampfqualifikationsleistung (4500 Punkte) zurück. Von Lisa werden wir sicherlich noch einen weiteren Versuch zur Erreichung der Quali zu sehen bekommen, wir drücken Dir alle die Däumchen, Lisa...

Für Alisa Otten (im jüngeren Jahrgang der U18) und Laura Giese in der W15 war es der erste Siebenkampf. Alisa merkte man die Aufregung deutlich an. Sie bekam ihre Nervosität  zum Ende des Siebenkampfes immer besser in den Griff und steigerte sich zunehmend. Die letzten beiden Disziplinen ließ sie es krachen und verbesserte sowohl im Weitsprung als auch im abschließenden 800m Lauf ihre persönlichen Bestmarken. Ähnlich erging es unserem Nesthäkchen Laura in der Altersklasse W15. Nur war sie nicht aufgeregt, sondern eher noch etwas ermüdet aus dem Landesfinale des Blockwettkampfes zwei Wochen zuvor. Hierzu ist zu sagen, dass es selbst für die erfahrenen Athleten schwierig ist, die nötige Konzentration bei dicht aufeinanderfolgenden Wettkampfhöhepunkten zu erreichen. Aber auch Laura kämpfte sich in den ersten Siebenkampf hinein. Trotz einiger nicht befriedigender Einzelergebnisse ließ sie sich nicht beirren und holte ihren Kampfgeist im abschließenden 800m-Lauf hervor. Ihre eigentlich schwächste Disziplin entwickelte sich hierbei zu ungewohnter Stärke. So haben wir Laura noch niemals laufen sehen, sie steigerte ihre 800m-Leistung um 33 (!) Sekunden. Beiden "Newcomern" garantiere ich bald noch erfolgreichere Siebenkämpfe. ;-) Einfach dranbleiben, Mädels...

Der Mehrkampf ist und bleibt eine große wettkampftechnische Herausforderung. Beim Veranstalter hatte dies leider nicht gut geklappt. Die Veranstaltung litt durch die übergroßen Teilnehmerfelder und zwang die helfenden Kampfrichter und Athleten und Trainer zum Dauereinsatz von morgens 8.00 Uhr bis nachts um 22.00 Uhr (da fanden die 400m-Läufe und 1500m-Läufe statt). Leichtathletik zum Abgewöhnen...

Bei uns hat das besser geklappt. 6 Athleten in 5 verschiedenen Riegen ist allein nicht zu bewältigen. Ich bedanke mich deshalb ganz besonders für die tolle Hilfe von Wolfram Szentiks, Det Beckers und dem verletzten Jannis Wolff, die alle drei mit Rat und Tat den Athleten zur Seite standen und auch den mithelfenden Eltern, die den Athleten ein Schattendach über dem Kopf aufbauten und für das Wohl der Sportler und Trainer sorgten.